Der Wasserverband Weddel-Lehre hat seine physischen Server durch virtuelle Maschinen ersetzt. Mit sehr guten Erfahrungen, denn dadurch konnten Kosten gespart, die Ausfallsicherheit erhöht und die Administration vereinfacht werden.

Der Wasserverband stand vor der Entscheidung, entweder in mehrere neue Server zu investieren oder mit Hilfe der Servervirtualisierung die Infrastruktur zu optimieren. Bei einem Vergleich der Alternativen stellte sich schnell heraus, dass mit der Virtualisierung auch die Themen Ausfallsicherheit und Recovery einfacher zu lösen waren.
Olaf Bettin, EDV-Administrator beim Wasserverband, hatte zur Umsetzung des Projekts mit mehreren EDV-Systemhäusern Gespräche geführt und Angebote eingeholt. Entscheidungskriterien waren neben den Kosten, die vorhandenen Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten, das technische Know-how und die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters. „Wir haben uns für BEL NET entschieden. Das Konzept war besser und das technische Know-how der Mitarbeiter und die gute Beratung haben uns überzeugt.“
Im Herbst wurde entschieden und im Februar umgesetzt, als es im Betriebsablauf am besten passte. Nach vier Wochen konnte der Produktivbetrieb mit den virtuellen Servern beginnen. „Es ging alles erstaunlich reibungslos und wir hatten tatsächlich keine Probleme mit der Umsetzung in die virtuelle Welt,“ fasst O. Bettin die Erfahrungen zusammen.
Umgesetzt wurde die Server-Virtualisierung mit VMware ESX-Servern auf physikalischen Maschinen von IBM (Rackserver der Serie X3650 und Storage-Einheit DS3400). Das System wurde durch redundante Komponenten auf eine höchstmögliche Ausfallsicherheit ausgelegt – vom doppelten Netzteil bis zu redundanten Speichercontrollern in der Storage-Einheit.
Zwei alte physische Server wurden abgeschaltet und durch virtuelle Maschinen ersetzt. Zusätzlich wurden weitere sechs virtuelle Server eingerichtet. O. Bettin hebt hervor, dass die Einrichtung neuer Server jetzt binnen weniger Minuten möglich ist und die zusätzlichen virtuellen Server für den Betriebsablauf eine große Flexibilität bringen. Als eigene Server eingerichtet, sind neben dem bisherigen Exchange- und ISA-Server, ein SQL-Server für die Datenbanken, ein Domain-Controller, ein Windows-Update-Server, ein Zeiterfassungs-Server, ein File-Server und eigene Server für die Testumgebung, um Updates zu testen. Die Performance der Systeme ist jetzt merklich besser, da zwischen den virtuellen Servern eine dynamische Last- und Ressourcenverteilung erfolgt.
„Das Wichtigste ist neben der Ausfallsicherheit, die neue Flexibilität und dass wir jetzt unabhängig sind von einer gewachsenen Serverstruktur mit ständigen Treiber- und Updateproblemen.“ bewertet der Administrator die neue Server-Infrastruktur. In der täglichen Administration hat er jetzt über eine Oberfläche alle Maschinen im Blick. Er ist für Arbeiten am System auch nicht mehr auf spezielle Termine außerhalb der normalen Arbeitszeit angewiesen. Da die virtuellen Maschinen einfach von einem physischen Server auf einen anderen verschoben werden können, sind Arbeiten wie ein Plattentausch oder Erweiterungen jetzt ausfallfrei und während des laufenden Betriebs möglich. Die raumsparende Virtualisierungslösung hat schließlich auch das Platzproblem im Serverraum gelöst.
Unterm Strich sind die laufenden Betriebskosten deutlich geringer. Im Vergleich mit acht physischen Servern ergeben sich allein bei den Stromkosten Einsparungen von 2.000 Watt pro Stunde. Zusätzlich hätten die USV und die Klimaanlage erweitert werden müssen.

Klein, aber fein – und dabei ausgesprochen effizient – das ist der Wasserverband Weddel-Lehre. Er wurde 1949 von sieben selbständigen Gemeinden gegründet und kann deshalb als ein sehr früher Vorreiter überkommunaler Zusammenarbeit angesehen werden. Inzwischen betreut er mit 60 Mitarbeitern 15 Gemeinden und Stadtteile in der Region mit u.a. 554 Kilometern Trinkwasser-Hauptleitung.